Die Nahuales des Mayakalenders   

BAATZ:

Am  Tag BAATZ entfalten sich alle 20 Kräfte des Mayakalenders. Bei den Mayas ist dieser Tag ein besonderer Glückstag, er führt uns in Bereiche spiritueller und schöpferischer Energie.  

BAATZ, der „Affe, Handwerker, Gaukler oder Künstler“, kann uns  aus dem Gleichgewicht stoßen und uns einen neuen Blickwinkel  ermöglichen.

Oft genügt es, in einer scheinbar schwierigen Situation, den Blickwinkel zu wechseln. Humor kann dann wie ein Überdruckventil sein. Wenn wir solche Situationen mit Humor betrachten, können wir  angesichts der Illusion lachen und tanzen. Teilhard de Chardin sagte einmal: “Freude ist das unfehlbare Zeichen der Gegenwart Gottes.“

BAATZ ist die Nabelschnur des Menschen hin zum Schöpfer. Er nährt uns auf unserem Weg und gibt uns  Geborgenheit und Wachstum . (Sinnbild Himmel). Er verbindet uns auch mit unserer Mutter, die uns aus unseren Wurzeln nährt und kräftigt (Sinnbild Erde).

BAATZ verbindet uns also mit der Energie des Himmels und der Erde.

EE:

Aus der Verbindung, die uns BAATZ ermöglicht, öffnet sich unser Lebensweg. Der Weg, im Mayakalender als „EE“ bezeichnet, führt von der Urquelle des Seins über die Seele in unseren Alltag. Wenn wir  diese Geborgenheit und Führung erkennen, sind wir verbunden mit der Weisheit unserer Seele.

Wegmarkierungen zeigen sich im menschlichen Leben meistens in schwierigen Situationen, sonst würden wir sie nicht erkennen.

Je nachdem, wie unser Weg beschaffen ist, fällt es uns schwerer oder leichter, unserem Ziel nahe zu kommen. Die Kraft dafür erhalten wir  aus der Weite des Herzens.

EE ist der Meister des Lebensweges. Er steht für unseren Lebens- und Entwicklungsweg, der aus der Seele und deren Absicht bestimmt ist. Es ist der „Weg des Herzens“, der uns unserem Ziel nahe bringt.  

AAJ:

Zuckerrohr, Maisstängel oder Schilfrohr sind Beispiele für die Darstellung von AAJ bei den Mayas.  Der Bischofsstab oder der Schamanenstab sind ebenso Abbildungen für dieses Tageszeichen.  Es stellt die Verbindung  zwischen dem Menschen und der geistigen Welt dar. AAJ ist die Balancierstange der Erde. Sie stützt alles, was auf dem Fundament der Menschheit aufgebaut ist.

Wer aus tiefer Überzeugung (aus seinen Wurzeln) handelt, kann in große Höhen wachsen.

AAJ fordert uns auf, die bedingungslose Liebe vollkommen auszudrücken, und somit „den Himmel auf die Erde zu holen“. Damit stellen wir ein Gleichgewicht zwischen unseren spirituellen Bedürfnissen und unserer Lebensweise her. Der Satz aus dem Vaterunser: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden“  kann so Wirklichkeit werden.

Die Wirbelsäule ist ebenfalls ein Symbol für AAJ. Auch sie ist Ausdruck für die Lebenshaltung und die spirituelle Haltung.

Das fehlende Element in der Verbindung zwischen Himmel und Erde sind wir selbst!  

I´X:

I´X, der „Jaguar“,  steht für die mütterliche Kraft, für „Mutter Erde“ , für „Corazon de la Tierra“ (Herz der Erde), Fruchtbarkeit im Menschen-, Tier- und Pflanzenreich, für die weibliche Intuition und Heilerkraft.Die Kraft von I`X wird durch Weisheit aktiviert – eine Weisheit, die aus dem wechselseitigen Ausgerichtetsein von Geist und Herz erwächst. 

Wer  in sich die Jaguarkraft spürt und erweckt, hat es mit absoluter Macht zu tun! Der Jaguar ist das Königstier der Mayas – geballte Kraft! Unsere Aufgabe ist es, diese Macht nicht zu missbrauchen, sondern bewusst mit der Herzenskraft zu verbinden.

Die Mayas sprechen von vier Jaguaren in den Farben der vier Himmelsrichtungen. Sie symbolisieren, wenn sie uns durchdringen, LIEBE (S – gelb), LICHT (O – rot), WEISHEIT (N – weiß) und KRAFT (W – schwarz)!  

TZ´IKIN:

TZ´IKIN, der Adler, ist eines der mächtigsten Tageszeichen, denn in ihm vereint sich die Symbolik von Sonne und Mond. Er steht für Fülle, Lebendigkeit und Beweglichkeit. Seine Flügel sind Ausdruck des sich befreienden Bewusstseins. Der Adler stößt sich von der Erde ab und spürt gleich die tragende Kraft der Luft. Auch wir Menschen haben die Möglichkeit, die Schwere unseres Alltags zu überwinden,  indem wir uns auf die Leichtigkeit des Luftelementes besinnen.

TZ´IKIN steht als Symbol für die Reinheit und Klarheit des menschlichen Geistes, der sich ständig hebt und senkt. Wie sich der Adler in die Höhe tragen lässt, haben wir Menschen die Möglichkeit, uns in die Höhen und Tiefen des Seins tragen zu lassen.

In Chichicastenango, einem Indianerdorf in Guatemala, sagt man, TZ´IKIN ist der Name für Glück in Geldangelegenheiten. Eine andere Weisheit lautet: „Der Heitere und gut Gelaunte ist dein Nahual“.  

AJMAC:

AJMAC steht für den Geier, den Aasfresser. Es ist das Zeichen, unter dem wir von den Resten unserer alten Muster gereinigt werden. Ein weiteres Symbol für diesen Tag ist die Spirale als Verbindungsstab zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen (vgl. Wirbelsäule) „AJMAC“ ist der Tag des Verzeihens, des Erkennens von Altlasten und des Loslassens.

Im Zusammenhang mit unseren Ahnen ist AJMAC ein wunderbarer Mittler. Wir können in unserem Leben Anhaftungen, Bindungen und Behinderungen nicht nur für uns selbst sondern auch für unsere Ahnen auflösen. Jeder bewusste Gedanke, jede bewusste Handlung wirkt auf das gesamte Umfeld des Menschen, auf allen Ebenen. Indem wir die Zusammenhänge erkennen, können wir Altlasten abtragen und uns selber und unsere Verstorbenen durch die Kraft des Verzeihens in den Zustand der Befreiung bringen. Mit Hilfe des Geiers, der die Überreste der Vergangenheit auffrisst, kann sich die Kraft der Seele weiterentfalten.  

 

NOJ:

NOJ steht fürden Weihrauch. „Weihrauch ist das Hirn des Himmels – wird er abgebrannt, steigt sein Rauch zum Himmel – genau wie unsere Gedanken, wenn sie wahr und weise sind.“ (Chilam Balam)

Die Mayas stellen den Weihrauch in bezug zum Denken – in Verbindung mit dem Geist.

NOJ wird als der Hüter des kosmischen Wissens bezeichnet. Das Herz von NOJ besteht so wie das unsere aus zwei Kammern. Die eine ist verbunden mit dem „Herz der Erde“ (daraus öffnet sich für uns die Weisheit der Natur und unserer Ahnen), die andere Kammer steht in Verbindung mit dem „Herz des Himmels“ (dem göttlichen Vater). Unsere Aufgabe ist es, diese beiden Wahrheitsquellen miteinander zu einem Ganzen zu verbinden. Das kann uns aber nur durch unsere Herzenskraft gelingen.  

TIJAAX:

TIJAAX ist das Sinnbild für den Feuerstein, das Opfermesser oder das Schwert. Das Schwert teilt das menschliche Bewusstsein in den  Dualismus von Gut und Böse, Ja und Nein. Wenn wir aus der Einheit fallen, werden wir uns der Existenz von Gegensätzen bewusst. Dieser Prozess ist immer schmerzhaft. Doch wir brauchen dieses Wissen um Gegensätze – wir sind auf dem Weg zum Licht, und dieser Weg führt durch die Dualität!

Das Messer dient dem Krieger wie dem Heiler. TIJAAX steht für den Heiler, der mit seinem Messer den Krankheitsherd herausschneidet. Das Schwert des Bewusstseins kann uns verletzen, aber es kann uns auch heilen.

Die Weisheit des Schwertes von TIJAAX durchdringt, legt bloß und heilt zuletzt all unsere Illusionen. Die durch LIEBE gestützte Unterscheidungsfähigkeit schneidet alles säuberlich ab, was nicht unserer Entwicklung dient.

Die größte Gabe dieses Schwertes ist die Vergebung!  

KAWOQ:

KAWOQ, der Sturm, die Königin der Naturgewalten – dieses Tageszeichen symbolisiert die machtvolle Verbindung von Feuer und Wasser. Bei einem Sturm  zeigt sich das ganz deutlich: Wolken türmen sich auf, Blitze zucken und der Regen geht nieder. Auf unser Leben übertragen zeigt sich KAWOQ oft in einem „Zusammenbruch“, der sich aber schließlich als „Durchbruch“ herausstellt. Das Feuer KAWOQs zerstört alle falschen Hüllen des Selbst, dessen Wasser läutert und löscht den spirituellen Durst. Du gibst auf, was du zu sein scheinst, um zu dem zu werden, was du bist!

Der Nachtgesang der Navajo bringt diesen schöpferischen Augenblick wunderschön zum Ausdruck:

Mit dem fernen Schwarz der dunklen Wolken über deinem Kopf, komme uns mit Macht.

Mit dem fernen Schwarz aus Regen und Dunst über deinem Kopf , komme uns mit Macht.

Mit dem Zackenblitz, der hoch über deinem Kopf zuckt, mit dem Regenbogen hoch über deinem Kopf, komme uns mit Macht.  

AJPUU:

AJPUU steht für die Ahnen. Dieses Zeichen verbindet uns mit einer endlosen Runde von Tagen mit der Vergangenheit und ist zugleich auch die Schnittstelle zu unserer Zukunft.

AJPUU ist auch der Krieger des Herzens. Er ist der Wegbereiter auf unserer Wanderschaft durch Licht und Dunkel. Ziel ist es, diese beiden Anteile  in unserem Herzen zu einem Ganzen zu vereinen. Denn wenn wir das Dunkle ablehnen, kommt es zu einer Abspaltung eines Seelenanteils, es entsteht Trennung. Diese Trennung bezeichnen wir als das Böse. Wenn sich nun Schatten und Licht miteinander vereinen, stehen wir in der Einheit. In dieser Einheit gibt es keine Trennung mehr. In diesem Zustand leben wir aus dem Herzen.

AJPUU macht uns den Weg in die Einheit der Liebe erkennbar. Er ist verbunden mit der Kraft der Sonne, die sich in Licht und Schatten ausdrückt.  

IMOX:

IMOX ist die Hüterin des Wassers des Lebens, aus dem alles entspringt. IMOX steht für das Krokodil, die pure Kraft der Erde. Es ist vergleichbar mit einer Wasserader, die sich den Weg durch die Schichten der Erde ans Licht bahnt.

Mit IMOX bewegen wir uns durch die Tiefen unseres Menschseins. Dorthin müssen wir uns vorarbeiten und uns orientieren. Das heißt, wir müssen unsere eigenen Schatten erkennen und annehmen, damit wir unsere Angst vor ihnen verlieren.  Mit der Hilfe von IMOX lichtet sich der Nebel der menschlichen Mängel. Das Klare und Strahlende in uns kann sich öffnen.

In unserer christlichen Kultur ist die Hüterin der Quellen (des Wasserelementes) mit der Mutter Maria verbunden. Auch sie zeigt sich barmherzig durch ihre Hilfe in unseren emotionalen Verstrickungen.

Der Strom des Lebensflusses wird aus der Quelle weiblicher Weisheit und Kraft in Verbindung mit dem Lebenswasser IMOX und der Mutter Maria als Hüterin der Heilquellen genährt.  

IQ:

IQ steht für den Wind, den Atem des Lebens. Der Wind spielt im Wettergeschehen und in unserem inneren Menschsein eine bedeutende Rolle. Wenn unser Geist mit IQ als Antrieb wirkt, fält es leichter, Absichten und Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Die „Gefühlswolken“ können nämlich dahin gelenkt werden, wo sie als nährender Regen unsere Vorstellungen befruchten oder diese auflösen, wenn sie nicht unserem Lebensplan entsprechen.

In fast allen Religionen ist der Atem oder Lebenshauch das Werkzeug der Schöpfung. Im Yoga wird dieser Atem des Lebens als „Prana“ bezeichnet.   

Der Wind trägt die Sturmwolken ins Land, aus denen der lebensspendende Regen strömt.

Übertragen auf unser Leben zeigt er sich im Geist der Klarheit und Erkenntnis.  

A´KAB´AL:

A´KAB´AL bedeutet Nacht, Dunkelheit und Dämmerung.

Dieser Nahual wirkt als Bindeglied zwischen Bekanntem und Unbekanntem, dem Bewussten und Unbewussten, unserere Seele und der Persönlichkeit, die sich nach außen hin ausdrückt.  A´KAB´AL beschreibt den Ort der Dunkelheit, aus dem alles Licht entspringt. Die Farbe dafür ist Schwarz, als Sinnbild der dunklen Offenheit, die nötig ist, um das Licht vollkommen empfangen zu können. Wenn es nicht mehr ganz Nacht und nicht mehr ganz Tag ist, dann ist das Licht als Schein erkennbar. Am Morgen ist dieser Schein der Anfang des spirituellen Weges. In unserem Leben zeigt sich das oft in Form von Turbulenzen im Alltag. 

Eine wunderbare Begleiterin durch diese Zeit ist die christliche Mutter Maria als „Schwarze Madonna“. Sie ist eine  Mittlerin zu unseren Schwächen, Ängsten, Leiden und Nöten. Die Verbindung mit der weiblichen Dunkelheit, eine uralte Heilform, wirkt befreiend und heilend. Sind die Verstrickungen auf den Ebenen der Dunkelheit einmal gelöst, können wir in der Dämmerung, in der Berührung mit A´KAB´AL, das Gefühl innerer Freiheit und inneren Friedens  erfahren.  

KAT:

KAT steht für die Eidechse. Dieser Nahual fordert uns auf, die Samen, die in uns angelegt sind, aufkeimen, wachsen und gedeihen zu lassen.  WIR SELBER sind der fruchtbare Boden, auf dem unser Leben zum Blühen gebracht werden muss. Dazu ist es allerdings nötig, alte Muster und Abhängigkeiten loszulassen, Hinderliches zu entfernen und Platz zu schaffen für  neues Wachstum. KAT, als Hüter der Verstrickungen,  dient hier als eine Art Geburtshelfer. Jeder Schritt in die Freiheit unserer Seele ist wie eine Neugeburt in einen anderen Seinszustand. Wenn wir aus größeren Zusammenhängen heraus erkennen wer wir sind und was unsere Lebensaufgabe ist, können wir uns aus der traditionellen Enge von den Vorstellungen der Glaubensrichtungen, die über Jahrhunderte geprägt sind, befreien.                                                    

Über die Kraft des Herzens  befreien wir uns auch aus unserer eigenen Angst und Abhängigkeit und können zu dem werden, was wir sind.  

KAAN:

KAAN, die Schlange, führt uns den Weg durch den Rhythmus des Lebens, ein ständiges Auf und Ab, ein ständiges Kommen und Gehen in einem ständigen Wandel der Zeit. Unser Leben ist dauernd der Dynamik von Spannung und Entspannung unterworfen. Die zwei sich drehenden Spiralen unserer DNS, in der unser genetisches Programm gespeichert ist, sind wie zwei sich bewegende Schlangen ineinander verschlungen. Die Spiralen wirken wie Bindeglieder zwischen den Ebenen des Lichts und des Dunkels. Unser Leben befindet sich daher stets im Wandel.

Das Einwirken kosmischer Kraft- und Energiefelder wird in Maya die Rückkehr KU-KUUL-KAANs  genannt. KU-KUUL-KAAN oder QUETZALCOATL öffnen das Tor zum großen Geheimnis des kosmisch wirkenden Geistes in der Kraft der KUNDALINI. Diese  Kraft ruht in unserem Körper am unteren Ende der Wirbelsäule, am Wurzelchakra als zusammengerollte Schlange.                                                                       

In vielen Atemmethoden geht es darum, diese Energie zu aktivieren und sich mit dem reinen Bewusstsein zu verbinden.  

KEME:

KEME, der Tod, bedeutet Wandel, Neubeginn, Transformation. Dieses Tageszeichen verbindet uns auch mit unseren Ahnen. Über KEME können wir heilend und befreiend in das Totenreich wirken. KEME ist der Hüter des Totenreiches. Die Mayas sprechen von Bruder und Schwester Tod, von formnehmender und formgebender Kraft.

„Bruder Tod“ ist der Wandler der Seinsformen und geistiger Begleiter unserer Seele. „Schwester Tod“, auch „weißer Tod“ genannt, baut schon bei der Empfängnis die Form auf, die dem menschlichen Bewusstsein und Seelenprogramm entspricht.

Neues können wir nur gestalten, wenn wir vorher das Alte auflösen. Wir leben ständig im Spannungsfeld von Sterben und Auferstehen.

Wenn wir KEME in seiner weiblichen und männlichen Form annehmen können, nehmen wir unser Leben in allen seinen Ausdrucksformen an. Lehnen wir den Tod ab, lehnen wir auch ein kosmisches Prinzip des Formenwandels ab.  

KIEJ:

KIEJ, der Hirsch, ist nicht nur ein Nahual des Mayakalenders, sondern auch als „weißer Hirsch“ ein archetypisches Bild der Kelten. Auch da steht er als Symbol für den Menschen, der frei und beweglich im Leben steht und sich durch die Kraft des Herzens orientiert.

In der Begleitung von KIEJ stehen wir im Spannungsfeld der vier Himmelsrichtungen und der vier Elemente (Gefühl, Intellekt, Persönlichkeit, ICH-Bewusstsein). Er trägt uns durch Licht und Schatten der Himmelsrichtungen und lässt uns am Ende unsere Ausgewogenheit in der Mitte spüren.

Die Arbeit an uns selber führt immer mehr dazu, dass wir uns aus unseren Mustern befreien können. Wenn wir in scheinbar verfahrenen Lebenssituationen KIEJ um Hilfe bitten, werden uns verschlossene Wege und Tore geöffnet. Mit KIEJ als Begleiter können wir unseren Lebensweg als bewusste Menschen gehen und verharren nicht starr in einer Position.  

Q´ANIL:

Q´ANIL, der Hase, steht in Verbindung mit Liebe und Fruchtbarkeit. Ein Sprichwort aus Chichicastenango sagt: „Q´ANIL ist ein Tag, um für Saat und Ernte zu danken.“  In einem Samenkorn ist bereits die ganze Schöpferkraft enthalten. Wenn dieses vom Wasser des Lebens genährt wird und in die Mutter Erde eingebettet wird, kann sich die heilsame Kraft entfalten. Wenn wir symbolisch für die Mutter Erde stehen und der Same, der in uns bereits angelegt ist von unseren Gefühlen und Absichten in Liebe genährt wird, kann dieser Same wachsen, kann Q´ANIL wirksam werden. Dazu müssen wir aber erst alte Strukturen auflösen. Wir können  nicht einerseits um Veränderung, kosmische Hilfe und Begleitung bitten und andererseits in festen, unflexiblen Strukuren verhaftet bleiben.

Am Tag Q´ANIL sind die vier Himmelsrichtungen und die vier Elemente  für dieses Wachstum wirksam. Mit dieser Kraft können wir auch die menschliche Sexualität heilen, ebenso können wir für unsere Erde wieder Kraft und Fruchtbarkeit erbitten.

TOOJ:

Für Die Mayas stellt TOOJ das Wasser dar, das Bild des kommenden Regens, der das Leben erneuert. Diese kostbare Lebensenergie steht im Mittelpunkt der vier Himmelsrichtungen und will unser inneres Wachstum antreiben. Wachstum bedeutet Veränderung. Diese erzeugt aber oft Widerstand – und jede Auseinandersetzung zeigt uns, woran wir noch zu arbeiten haben. Das Wesen TOOJs ist es, aus der Unvollkommenheit in einem persönlichen oder gesellschaftlichen Zusammenhang die Vollkommenheit anzustreben. Wir Menschen stehen als Brücke zwischen den Seinsebenen der Mutter Erde und den geistigen Bewusstseinsebenen. Unsere innere Haltung kann sich nur durch Reinigung und Klärung unserer feinstofflichen Körper entfalten. Die Energie von TOOJ unterstützt uns dabei.

Wenn wir in unserer christlichen Kultur für jemanden oder etwas eine Kerze anzünden, ist die Kraft, die dieses Licht zum göttlichen Vater weiterleitet mit der Kraft von TOOJ zu vergleichen.

TZ´I:

TZ´I, der Hund, steht für den getreuen Gefährten, aber auch für den Fuß, der den ersten Schritt zu jedem Neuanfang auf unserem Schicksalsweg macht.

Der dunkle Bruder der „gefiederten Schlange“ („Quetzalcoatl“) ist in seiner tierischen Erscheinungsform der Hund. Er trägt - bildlich gesprochen - die Sonne so lange durch das nächtliche Schattenreich, bis es an Zeit ist, wieder zur Welt zu kommen. Auch wir müssen immer wieder in unsere  Tiefen hinabsteigen und uns dieser Dunkelheit stellen – unser Begleiter ist unser Vertrauen (der Hund), das hält uns auch in dunkelsten Momenten aufrecht.

TZ´I kann uns eine Pforte in die Anderswelt öffnen. Sie kann uns auch einen Tür zu unserem Selbst öffnen. Tun wir diesen ersten Schritt und geben uns vertrauensvoll dieser Tagesqualität in die Hände!  

Literatur:

       Muigg, Norbert: Die Magie des Herzens, Lebensweisheiten der Mayas. Ibera Verlag, 2005

       Johnson, Kenneth: Die Weisheit des Jaguars, Praxis und Anwendung des Mayakalenders. Kailash Verlag, 2001

       Spilsbury, Ariel und Bryner, Michael: Das Mayaorakel, das kodierte Wissen der Zeit. Bauer Verlag, 1999