Chiron

Asteroid mit der Nr. 2062 oder auch manchmal als Planetoid bezeichnet, wurde von Charles T. Korral am 1. November 1977 entdeckt. Chiron bewegt sich auf einer großen elliptischen Bahn, meist zwischen Saturn und Uranus.  Sein Durchmesser beträgt 640 Km und für einen Sonnenumlauf benötigt er 50,7 Jahre. Seine Umlaufbahn ist sehr exzentrisch wodurch er sehr unterschiedlich lange in den verschiedenen Zeichen verweilt.

Interessant dabei ist die Beobachtung, daß er sehr schnell die Zeichen Zwilling bis zum Steinbock durchwandert danach wieder langsam wandert bis zum Stier.

Die Zeit spielte in der Astrologie  immer schon eine wesentliche Rolle. 

Bei jenen Planeten die durch Ihre elliptischen Bahnen für unser sichtbares Auge scheinbar schneller oder langsamer wandern oder gar rückläufig werden,  ist der Faktor Zeit, im jeweiligen Erleben ein anderer als bei gemäßigter fortschreitender Bewegung.

Die Energie beim langsamen Fortschreiten von Planeten ist stärker, geht  tiefer, die Entwicklung findet darin die größere Chance sich diese Energieform zueigen zu machen zu nützen, Erfahrungen zu machen wobei man oft bei einer Rückläufigkeit auch wieder mit alten Themen konfrontiert werden kann.

Aus dieser Beobachtung heraus erscheint es mir deshalb als keinen Zufall, das die langsame Periode von Chiron gerade den 4. und 1. Quadranten betreffen.  Denn in keinen anderen geht es  einerseits mehr  um Transzendenz, neuem Bewusstsein und unpersönlichem (4.Quadrant) und andererseits um das Ego das persönliche (körperliche 1. Quadrant).

Beides Inhalte von besonderer Bedeutung in unserer neuen Zeit des Aufbruches und Umbruches.

Auch die Tatsache dass  Chiron mit seiner Bahn zwischen Saturn und Uranus wandert ist von besonderer Bedeutung. Mag es wohl sein dass er, bzw. es uns erst durch seine Energie möglich wird, alte Strukturen zu durchbrechen. Saturn als Hüter der Schwelle muss zusehen wie das Tor zu neuen Ufern und Welten geöffnet wird. Uranus, Symbol für den Kosmos und Intuition dringt unerbitterlich auf unsere materielle Welt ein. Unsere Denkstrukturen werden nach neuen Mustern ausgerichtet. Die Sichtweisen verändern sich.

Chiron wird im Symbol als Schlüsselform dargestellt. Er ist der Schlüssel zu den äußeren oder transpersonalen, kollektiven Planeten Uranus, Neptun und Pluto.

Somit kann ihm auch eine Mittlerrolle zugeschrieben werden. Seit der Entdeckung von Chiron hat auch die Sinnsuche der Menschheit, aber auch das Bewusstsein und die Erkenntnis des Individuum's Mensch als Teil eines Ganzen, nicht vom Kollektiven lösbaren an Bedeutung zugenommen.

In der Mythologie ist Chiron ein Zentaure, also Halb Mensch, halb Pferd. Er war weise gütig und gerecht. Er ist der Sohn des Kronos (Saturn) und der Philyra.  Er lebte in einer Höhle auf dem Pelion und unterrichtete viele Heroen in der Heilkunst, Jagd im Reiten und Musizieren. Er gilt auch als der Erfinder der Lyra und gründete Asklepeion, ein Zentrum in dem Kranke geheilt wurden und Heilkunst unterrichtet wurde. Er war Heiler, Astrologe, Lehrer, Musiker und Krieger in einem.

Seine Schüler waren  Helden wie Orpheus, Achilleus, Asklepios, Phönix.

Chiron wurde durch einen vergifteten Pfeil des Herakles unheilbar verwundet. Ein Gift das er selbst entdeckt hatte. Da er aber unsterblich war litt er jedoch an furchtbaren Schmerzen welchen er entrinnen wollte. Dies gelang ihm aber erst dadurch, indem er sich in eine Höhle zurückzog und im Austausch für die Befreiung von Prometheus freiwillig in die Unterwelt des Hades hinabstieg.

Die Begegnung mit Chiron in uns und der Stellung im Horoskop dürften wir somit  als Schlüsselerlebnisse, welche Denken und Empfinden nachhaltig verändern erfahren.

Verbunden mit schmerzhaften Erkenntnissen, aber heilendem Charakter.